Südtirol ist bekannt für seine Berge, seine Weinstraßen und seine Dolomiten. Weniger bekannt, aber genauso faszinierend: die Badeseen der Region. Wer in Südtirol ein Hotel am See sucht, findet eine Urlaubsform, die das Beste aus alpiner Landschaft und entspanntem Badeurlaub verbindet. Die Seen Südtirols sind keine Massenanziehungspunkte, sondern ruhige, naturbelassene Gewässer – umgeben von Weinreben, Wäldern oder Bergketten, je nachdem, welchen man wählt.
Der Kalterer See: Wärme im Weinland
Der Kalterer See ist der bekannteste Badesee Südtirols und mit Wassertemperaturen von bis zu 28 Grad im Sommer der wärmste natürliche Alpensee überhaupt. Er liegt eingebettet zwischen Weinreben und Schilf südlich von Bozen, ist leicht zugänglich und besonders für Familien geeignet. Das Wasser ist flach und klar, der Untergrund sandig. Segelkurse, Stand-up-Paddling und Radwege entlang des Ufers machen ihn auch für Aktive attraktiv.
In der Vor- und Nachsaison kehrt am Kalterer See eine Stille ein, die den Ort in ein völlig anderes Licht taucht.
Der Montiggler See: Zwei Seen, ein Naturparadies
Weniger bekannt als der Kalterer See, aber nicht weniger schön: die Montiggler Seen, zwei kleine Waldseen südlich von Bozen. Das Naturschutzgebiet rund um die Seen ist ein Refugium für Wasservögel und Amphibien, die Wege durch den umliegenden Wald sind schattig und ruhig. Baden ist hier naturverbundener und weniger infrastrukturiert – ideal für alle, die Seestille und Waldluft statt Liegestühlen und Kiosk suchen.
Die Seen sind Teil eines weitläufigen Naherholungsgebiets, das sich gut für ganztägige Ausflüge eignet.
Der Pragser Wildsee: Das Postkartenmotiv
Kaum ein See ist in den letzten Jahren so berühmt geworden wie der Pragser Wildsee im Hochpustertal. Das türkisblaue Wasser vor dem Hintergrund der Dolomitenfelsen ist ein Bild, das weltweit kursiert – und das die Realität tatsächlich nicht übertreibt. Der See ist von einem gut angelegten Rundweg umgeben, der ihn in rund einer Stunde umschließt. Baden ist möglich, das Wasser ist aber auch im Hochsommer kalt.
Wegen des hohen Andrangs gilt seit einigen Jahren ein Besuchermanagement: In der Hochsaison ist eine Reservierung und die Anreise per Shuttle obligatorisch.
Der Reschensee: Geschichte unter Wasser
Der Reschensee im Vinschgau ist ein künstlicher See mit einer besonderen Geschichte. Als er in den 1950er Jahren aufgestaut wurde, versank das Dorf Graun darin – lediglich der mittelalterliche Kirchturm ragt noch aus dem Wasser, ein gespenstisches und einzigartiges Bild, das Besucherinnen und Besucher bis heute fasziniert. Der See selbst ist heute ein beliebtes Surfrevier: Der konstante Wind aus dem Tal macht ihn zu einem der besten Windsurfgebiete der Alpen.
Im Winter friert der See zu und wird zur Eislaufbahn – ein weiteres Kapitel dieser ungewöhnlichen Geschichte.
Seen für Familien: Worauf es ankommt
Wer mit Kindern an einen See fahren möchte, sollte auf einige Punkte achten. Flaches Einstiegsufer und eine sanfte Wassertiefe sind entscheidend für die Sicherheit kleiner Kinder. Schattige Pausenmöglichkeiten, Picknickflächen und Spielmöglichkeiten am Ufer erhöhen den Komfort. Der Kalterer See und der Montiggler See erfüllen diese Anforderungen besonders gut – der Pragser Wildsee ist dagegen eher für ältere Kinder und Erwachsene geeignet.
Seen abseits der Saison
Südtirols Badeseen sind im Herbst und Frühling besonders eindrucksvoll. Die Menschenmassen der Sommersaison sind verschwunden, die Farben der Landschaft intensiver, die Ruhe vollständiger. Wer in der Nebensaison reist, erlebt die Seen von ihrer stillen, unverfälschten Seite – und hat die Ufer oft ganz für sich.
Fazit
Südtirols Badeseen sind so vielfältig wie die Region selbst: warm und belebt, still und naturbelassen, historisch aufgeladen oder sportlich attraktiv. Wer einen Urlaub plant, der Berge und Wasser verbindet, findet hier eine Kombination, die in den Alpen kaum zu übertreffen ist.

