Tschechien ist mehr als Prag, auch wenn die Hauptstadt mit ihrer Burg das mit weitem Abstand meistbesuchte Ziel des Landes bleibt. Zwischen Böhmen und Mähren liegen Aussichtstürme, Schlösser und Burgen, die 2025 und 2026 teils neu zugänglich wurden oder gerade erst restauriert worden sind. Wer seine Reise plant, profitiert davon, die aktuellen Öffnungszeiten und Baustellen zu kennen, denn einige der bekanntesten Häuser sind zeitweise gesperrt, während andere zum ersten Mal ganzjährig offenstehen.
Kurzzusammenfassung
- Die Prager Burg ist mit über 2,7 Millionen Besuchern im Jahr 2025 die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Tschechiens, gefolgt vom Petřín-Aussichtsturm mit fast 448.000 Besuchern.
- 2026 öffnen mehrere Schlösser dauerhaft neue Bereiche, darunter Vimperk, Křivoklát, Libochovice, Bučovice und Litomyšl.
- In Prag entstehen mit der Dvorecký-Brücke, der erneuerten Petřín-Kabinenbahn und der wiedereröffneten Müller-Villa mehrere neue Anlaufpunkte.
- Wer die Prager Burg besucht, sollte den Zeitraum vom 4. September bis 1. Oktober 2026 meiden, weil der Alte Königspalast dann für die Vorbereitung der Kronjuwelen-Ausstellung geschlossen bleibt.
Der folgende Überblick zeigt, welche Sehenswürdigkeiten in Tschechien 2025 die meisten Besucher zogen, was sich 2026 in Prag und im Land verändert und worauf man bei der Planung achten sollte.
Prager Burg: das unangefochtene Zugpferd
Die Prager Burg ist die größte zusammenhängende Burganlage Europas und liegt hoch über der Moldau, mit Blick auf die Altstadt und die Karlsbrücke. 2025 zählte sie über 2,7 Millionen Besucher, mehr als jede andere Attraktion im Land. Zum Komplex gehören der Veitsdom, der Altes Königspalast und der Goldene Gässchen, ein enger Gang mit winzigen bunten Häusern, in denen früher Burgwachen und Handwerker lebten.
Wer die Burg besucht, sollte den Herbst 2026 im Blick behalten: Der Alte Königspalast ist vom 4. September bis 1. Oktober 2026 für den regulären Besucherverkehr geschlossen, weil dort die Ausstellung der Böhmischen Kronjuwelen vorbereitet wird. Der restliche Burgbezirk bleibt in dieser Zeit zugänglich, nur dieser eine Trakt fällt vorübergehend aus dem Rundgang heraus.
Die Anlage selbst wirkt trotz der Besuchermassen nie überfüllt, weil sich die Wege über ein weites Gelände verteilen. Zwischen den Gebäuden liegen ruhige Innenhöfe, ein Garten mit Blick über die Stadt und schmale Gassen, in denen sich der Trubel der Hauptattraktionen schnell verliert.
Aussichtspunkte mit den meisten Besuchern 2025
Neben der Burg dominierten 2025 vor allem Aussichtstürme die Besucherstatistiken. Der Petřín-Aussichtsturm in Prag, ein kleiner Verwandter des Eiffelturms auf dem gleichnamigen Hügel, kam auf fast 448.000 Besucher und war damit die zweitmeistbesuchte Sehenswürdigkeit des Landes.
Auch außerhalb Prags zogen Türme viele Besucher an. Zu den frequentiertesten Punkten 2025 gehörten die Velká Deštná im Adlergebirge, der Turm der St.-Bartholomäus-Kathedrale in Pilsen, die Velká Čantoryje im Beskiden-Gebirge, der St.-Moritz-Turm in Olomouc, der Kleinseiterbrückenturm in Prag und der Altstädter Rathausturm in Brünn. Diese Liste zeigt ein Muster: Tschechische Reisende und internationale Gäste suchen zunehmend Höhenblicke, nicht nur klassische Museums- oder Schlossbesuche.
Wer einen dieser Türme besteigt, sollte einplanen, dass die meisten über enge Wendeltreppen erreichbar sind. Ein Aufzug fehlt in der Regel, wodurch der Aufstieg selbst schon Teil des Erlebnisses wird. Der Blick oben lohnt die Anstrengung fast immer, weil viele dieser Türme auf natürlichen Erhebungen oder historischen Stadttürmen stehen und entsprechend weit reichen.
Neue Schlösser und geöffnete Bereiche im Jahr 2026
Für 2026 meldet die offizielle Tourismusorganisation VisitCzechia mehrere konkrete Neuerungen, die vor allem Schlossbesuche betreffen. Das Schloss Vimperk im Böhmerwald ist nach umfassenden Rekonstruktionen nun ganzjährig öffentlich zugänglich, was vorher nicht der Fall war. Das macht die Anlage zu einem der interessantesten neuen Ziele für alle, die abseits der bekannten Prager Routen unterwegs sein möchten.
Auch die Burg Křivoklát erweitert ihr Angebot mit neuen Ausstellungen. Das Schloss Libochovice öffnet weitere Bereiche, die bisher nicht besichtigt werden konnten. Am Schloss Bučovice sind Dachboden und Turm neu zugänglich, während das Schloss Litomyšl einen komplett neuen Rundgang anbietet. Diese Erweiterungen verteilen sich über das ganze Land und laden dazu ein, Tschechien-Reisen stärker auf Regionen außerhalb Prags auszurichten.
Solche Schlösser haben oft einen eigenen Charakter, der sich von den großen, oft überfüllten Prager Sehenswürdigkeiten unterscheidet. Kleinere Anlagen wie Bučovice oder Libochovice liegen in ruhigeren Landstrichen, umgeben von Parks oder Weinbergen, und bieten Führungen mit deutlich kleineren Gruppen.
Was sich 2026 in Prag verändert
Prag selbst bleibt 2026 eine Stadt im Wandel. Die Dvorecký-Brücke gilt als lang erwartetes neues Bauwerk, das die Verbindung zwischen zwei Stadtteilen verbessern soll. Ein genaues Eröffnungsdatum ist bislang nicht offiziell bestätigt, die Brücke wird aber von VisitCzechia als eines der zentralen Reisethemen für 2026 genannt.
Daneben kehren mehrere historische Gebäude nach Jahren der Renovierung zurück. Die Müller-Villa, ein bedeutendes Bauwerk der modernen Architektur, hat wieder geöffnet. Das Colloredo-Mansfeld-Palais nahe der Karlsbrücke ist nach vierjähriger Sanierung ebenfalls wieder zugänglich. Auch das Rožmberk-Palais und das Industriepalais wurden renoviert und stehen Besuchern wieder offen. Im Veitsdom ist zudem eine neue Orgelinstallation hinzugekommen, die Konzertbesuchen einen zusätzlichen Anreiz gibt.
Die Petřín-Kabinenbahn, die auf den gleichnamigen Hügel mit dem Aussichtsturm führt, wurde ebenfalls erneuert. Damit wird der Aufstieg zum meistbesuchten Aussichtspunkt der Stadt komfortabler, ohne den steilen Fußweg durch den Park nehmen zu müssen.
Wann sich ein Besuch lohnt
Die Besucherzahlen zeigen ein saisonal geprägtes Muster. Im zweiten Quartal 2026 übernachteten 6,4 Millionen Gäste in tschechischen Beherbergungsbetrieben, ein Zeichen dafür, dass Frühling und Frühsommer zu den stärksten Reisezeiten zählen. Wer die Prager Burg oder den Petřín-Turm ohne lange Wartezeiten erleben möchte, kommt in den Wintermonaten oder früh am Morgen deutlich leichter durch.
Für Schlossbesuche außerhalb Prags gilt das Gegenteil: Anlagen wie Vimperk, Bučovice oder Litomyšl sind auch in der Hauptsaison selten überfüllt, weil sie fernab der klassischen Prag-Routen liegen. Wer bereit ist, etwas weiter zu fahren, findet dort ruhigere Führungen und oft günstigere Eintrittspreise als in der Hauptstadt.
Häufige Fragen
Welche Sehenswürdigkeit in Tschechien hat die meisten Besucher?
Die Prager Burg ist mit über 2,7 Millionen Besuchern im Jahr 2025 die meistbesuchte Sehenswürdigkeit des Landes. Auf Platz zwei folgt der Petřín-Aussichtsturm mit fast 448.000 Besuchern.
Welche Bereiche der Prager Burg sind 2026 geschlossen?
Der Alte Königspalast ist vom 4. September bis 1. Oktober 2026 wegen der Vorbereitung einer Ausstellung zu den Böhmischen Kronjuwelen für Besucher gesperrt. Die übrigen Teile der Burganlage bleiben in diesem Zeitraum regulär geöffnet.
Welche Schlösser in Tschechien haben 2026 neu geöffnet?
Das Schloss Vimperk ist nach Rekonstruktionen erstmals ganzjährig zugänglich. Zusätzlich haben Burg Křivoklát, Schloss Libochovice, Schloss Bučovice und Schloss Litomyšl neue Bereiche oder Ausstellungen für Besucher eröffnet.
Lohnt sich ein Besuch abseits von Prag?
Ja, viele der besucherstärksten Aussichtspunkte 2025 lagen außerhalb Prags, etwa die Velká Deštná im Adlergebirge oder der Turm der St.-Bartholomäus-Kathedrale in Pilsen. Regionale Schlösser wie Bučovice oder Litomyšl bieten außerdem ruhigere Führungen als die stark frequentierten Prager Ziele.
Beitragsbild: KI-generiert

