Augsburg wird oft im Schatten von München wahrgenommen, dabei bringt die drittälteste Stadt Deutschlands eine Dichte an Sehenswürdigkeiten mit, die viele größere Städte nicht erreichen. Wer die Stadt sucht, um dort etwas zu unternehmen, findet auf engem Raum ein UNESCO-Welterbe, eine 500 Jahre alte Sozialsiedlung und eine Altstadt, die sich in einem Tag zu Fuß erschließen lässt.
Kurzzusammenfassung
- Das Augsburger Wassermanagement-System ist seit 2019 UNESCO-Welterbe und bildet mit historischen Wassertürmen am Roten Tor und dem Wasserwerk am Hochablass den Kern der Stadtbesichtigung.
- Die Fuggerei gilt als älteste Sozialsiedlung der Welt und liegt nur wenige Gehminuten von Rathausplatz, Perlachturm und Dom entfernt.
- Der Goldene Saal im Rathaus ist seit August 2024 wegen Renovierung geschlossen, ein Ende der Arbeiten steht bislang nicht fest.
- Augsburg zählte 2024 rund 13,7 Millionen Tagesgäste und knapp 15 Millionen Aufenthaltstage, ein deutlicher Tourismuszuwachs gegenüber den Vorjahren.
Der folgende Überblick ordnet die wichtigsten Ziele, nennt aktuelle Öffnungszeiten und Preise und zeigt, wo es 2026 tatsächlich etwas zu sehen gibt und wo eine Baustelle die Planung verändert.
Das UNESCO-Welterbe: Augsburgs Wassermanagement-System
Augsburg trägt seit 2019 den Titel UNESCO-Welterbe für sein historisches Wassermanagement-System. Das ist kein einzelnes Bauwerk, sondern ein Netz aus Kanälen, Wassertürmen und technischen Anlagen, das über Jahrhunderte gewachsen ist und die Stadt bis heute prägt. Zu den zugänglichen Bestandteilen zählen die historischen Wassertürme am Roten Tor sowie das Wasserwerk am Hochablass, beide lassen sich frei oder im Rahmen einer Besichtigung erkunden.
Was das System besonders macht, ist sein Alter in Kombination mit seiner Funktion: Teile der Anlagen sind noch heute technisch relevant und keine reinen Museumsstücke. Wer durch die Altstadt geht, läuft ständig an Kanälen entlang, ohne sofort zu bemerken, dass hier ein Weltkulturerbe fließt. Genau dieser beiläufige Charakter unterscheidet Augsburg von Städten, deren Welterbe-Status sich auf ein zentrales Gebäude beschränkt.
Die Fuggerei: älteste Sozialsiedlung der Welt
Die Fuggerei wurde 1521 vom Augsburger Kaufmann Jakob Fugger gegründet und ist bis heute bewohnt. Das unterscheidet sie von den meisten historischen Sehenswürdigkeiten: Hier leben Menschen, die für einen symbolischen Jahresmietzins von einem rheinischen Gulden (heute 0,88 Euro) plus tägliche Gebete für die Stifterfamilie wohnen. Die engen Gassen mit den gelben Häuschen wirken wie ein eigenes Dorf innerhalb der Stadt.
Die Atmosphäre in der Fuggerei ist ruhig und fast dörflich, ein deutlicher Kontrast zur belebten Maximilianstraße nur wenige Gehminuten entfernt. Wer durch die schmalen Wege schlendert, bemerkt schnell, wie durchdacht die gesamte Anlage über die Jahrhunderte gepflegt wurde, ohne ihren ursprünglichen Zweck zu verlieren.
Rathausplatz, Perlachturm und der Goldene Saal
Der Rathausplatz bildet das Herzstück der Augsburger Altstadt. Von hier aus sind Perlachturm, Rathaus und die umliegenden Cafés und Geschäfte in wenigen Schritten erreichbar. Der Perlachturm gilt als eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt und bietet von seiner Aussichtsplattform einen Blick über die Dächer Augsburgs bis zu den Alpen an klaren Tagen.
Wichtig für die Planung: Der Goldene Saal im Rathaus ist seit August 2024 wegen einer Renovierung geschlossen. Zuvor war im Juli 2024 noch kostenloser Eintritt möglich, seitdem lässt sich der prunkvolle Saal nicht besichtigen. Ein konkretes Datum für die Wiedereröffnung ist bislang nicht bekannt, wer den Saal auf jeden Fall sehen möchte, sollte sich vor der Reise bei der Tourist-Information erkundigen.
Dom, Basilika und weitere Kirchenbauten
Der Augsburger Dom und die Basilika St. Ulrich und Afra zählen zu den architektonisch bedeutendsten Kirchenbauten der Stadt. Die Basilika ist ein seltenes Beispiel für eine Doppelkirche, in der katholische und evangelische Gemeinde unter einem Dach beziehungsweise in unmittelbarer Nachbarschaft ihren Glauben praktizieren, ein historisches Zeugnis des Augsburger Religionsfriedens von 1555.
St. Peter am Perlach und die St.-Anna-Kirche ergänzen das kirchliche Erbe der Stadt. Wer sich für Sakralbauten interessiert, kann in Augsburg an einem Nachmittag mehrere Jahrhunderte europäischer Kirchenarchitektur an einem Ort erleben, ohne lange Wege zwischen den einzelnen Stationen zurücklegen zu müssen.
Museen: Fugger und Welser Erlebnismuseum, Schaezlerpalais und mehr
Das Fugger und Welser Erlebnismuseum erzählt die Geschichte der beiden großen Augsburger Handelsfamilien und bietet 2026 an allen Augustwochenenden öffentliche Führungen an. Eine klassische Museumsführung dauert rund eine Stunde und kostet 12 Euro, ermäßigt 10 Euro, eine Familienkarte liegt bei 25 Euro, eine Mini-Familienkarte bei 18 Euro, jeweils inklusive Museumseintritt. Eine zweistündige Stadtführung ist für 16 Euro, ermäßigt 14 Euro, zu buchen, Familien zahlen 40 Euro, die Mini-Familie 24 Euro.
Ein weiteres Museumsbeispiel aus der Stadt zeigt typische Konditionen für Augsburger Häuser: Erwachsene zahlen 7 Euro, ermäßigt 6 Euro, eine Familienkarte mit zwei Erwachsenen und Kindern unter 16 Jahren kostet 16 Euro, die Mini-Familienkarte mit einem Erwachsenen 11 Euro. Schulklassen zahlen ohne Führung 2,50 Euro pro Person, mit Führung 1,50 Euro, das Kultursozialticket liegt bei nur 1 Euro. Eine Jahreskarte für zwei Personen kostet 24 Euro und lohnt sich für alle, die mehrfach im Jahr in der Stadt sind.
Das Schaezlerpalais, das Brechthaus und das Zeughaus runden die Museumslandschaft ab. Wer sich für Augsburgs Rolle als Handels- und Bankenmetropole der Renaissance interessiert, findet hier deutlich mehr Substanz als in einer bloßen Kurzführung durch die Altstadt.
Praktische Hinweise zur Planung
Die Tourist-Information am Rathausplatz 1 ist der zentrale Anlaufpunkt für Karten, Führungsbuchungen und aktuelle Informationen zu Baustellen wie dem Goldenen Saal. Von April bis Oktober ist sie montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Von November bis März verkürzen sich die Werktagszeiten auf 9 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag bleiben unverändert. Telefonisch ist die Tourist-Information unter (0821) 50 20 70 erreichbar.
Wer eine öffentliche Führung plant, sollte Tickets vorab buchen, besonders an Sommerwochenenden mit hohem Besucheraufkommen sind Termine schnell ausgebucht. Für einen ersten Überblick über die Stadt eignet sich eine Kombination aus Rathausplatz, Perlachturm und Fuggerei an einem Vormittag, am Nachmittag lässt sich dann eines der Museen oder die Basilika St. Ulrich und Afra besuchen.
Häufige Fragen
Ist der Goldene Saal im Augsburger Rathaus derzeit besichtigbar?
Nein, der Goldene Saal ist seit August 2024 wegen einer Renovierung geschlossen. Ein Termin für die Wiedereröffnung steht bislang nicht fest, aktuelle Informationen gibt es bei der Tourist-Information am Rathausplatz.
Wie viel Zeit sollte man für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Augsburg einplanen?
Für die zentralen Ziele wie Rathausplatz, Perlachturm, Fuggerei und Dom reicht ein guter Tagesausflug. Wer zusätzlich ein oder zwei Museen wie das Fugger und Welser Erlebnismuseum besuchen möchte, sollte einen zweiten Tag einplanen.
Was kostet der Eintritt in die Fuggerei?
Die Fuggerei erhebt einen separaten Eintrittspreis für Besucher, während die dort lebenden Bewohner weiterhin nur einen symbolischen Jahreszins von 0,88 Euro zahlen. Aktuelle Preise für Touristen sollten direkt bei der Fuggerei-Verwaltung oder der Tourist-Information erfragt werden.
Warum gilt Augsburg als UNESCO-Welterbe?
Augsburg trägt seit 2019 den Titel wegen seines historischen Wassermanagement-Systems, zu dem Kanäle, Wassertürme und technische Anlagen wie das Wasserwerk am Hochablass gehören. Das System ist teilweise noch heute funktional und nicht nur musealer Natur.
Beitragsbild: KI-generiert

