Wer eine Reise nach China plant, steht schnell vor einer Auswahl, die von jahrtausendealten Palastanlagen bis zu spektakulären Glasbrücken über tiefen Schluchten reicht. Die folgende Übersicht ordnet die wichtigsten Ziele nach Regionen und liefert die Fakten, die für die Planung zählen: Öffnungsanlässe, Preise und passende Reisezeiten.
Kurzzusammenfassung
- China vereint mit 57 UNESCO-Welterbestätten die zweitgrößte Zahl weltweit, von der Verbotenen Stadt über die Große Mauer bis zur Terrakotta-Armee.
- Die drei klassischen Reiseziele Peking, Xi’an und Shanghai lassen sich zu einer Route verbinden, die historische und moderne Höhepunkte abdeckt.
- Naturattraktionen wie der Nationalforstpark Zhangjiajie und die Karstlandschaft um Guilin ergänzen das Bild abseits der Kaiserstädte.
- Eintrittspreise für die bekanntesten Stätten beginnen bei wenigen Euro, die beste Reisezeit liegt meist im Frühjahr oder Herbst.
Peking: Kaiserstadt mit drei Weltklasse-Attraktionen
Kein anderer Ort in China bündelt so viele historische Höhepunkte auf engem Raum wie die Hauptstadt. Die Verbotene Stadt, offiziell Palastmuseum, war über rund 600 Jahre Sitz der Ming- und Qing-Kaiser und gilt als größter erhaltener Palastkomplex der Welt. Eintrittskarten sind in Reiseangeboten bereits ab etwa 7 Euro zu finden, was die Anlage zu einer der zugänglichsten Weltattraktionen überhaupt macht.
Nur einen Ausflug entfernt liegt die Große Mauer, eines der „neuen sieben Weltwunder“. Besonders die Abschnitte Mutianyu, Badaling und Jinshanling sind touristisch erschlossen und unterscheiden sich deutlich in Andrang und Steilheit. Tickets beginnen bei rund 4 Euro, die empfohlene Reisezeit liegt zwischen April und Juni sowie zwischen September und November, wenn die Temperaturen moderat und die Sicht klar sind.
Der Sommerpalast am Stadtrand zeigt, wie chinesische Gartenkunst funktioniert: Seen, Pavillons und künstliche Hügel sind so angelegt, dass sich beim Gehen immer neue Perspektiven öffnen. Wer durch die Anlage spaziert, merkt schnell, dass hier nichts dem Zufall überlassen wurde, sondern jede Sichtachse geplant ist. Der Himmelstempel, einst Ort kaiserlicher Ernteopfer, ergänzt das Bild mit seiner charakteristischen blauen Dachkuppel.
Xi’an: Die Terrakotta-Armee eines Kaisers
Über 2.000 Jahre liegt es zurück, dass Kaiser Qin Shihuangdi sein Großreich schuf und sich ein Mausoleum mit tausenden lebensgroßen Tonsoldaten bauen ließ. Die Terrakotta-Armee wurde erst 1974 zufällig von Bauern entdeckt und zählt seither zu den meistbesuchten archäologischen Stätten weltweit. Tickets sind ab rund 20 Euro erhältlich, womit sie im Vergleich zu den Pekinger Attraktionen das teurere Ausflugsziel ist.
Neben der Armee lohnt sich in Xi’an ein Spaziergang auf der gut erhaltenen Stadtmauer, die den historischen Kern komplett umschließt. Anders als bei den meisten chinesischen Stadtmauern kann man hier tatsächlich oben entlanglaufen oder radeln, was einen völlig anderen Blick auf die Stadt eröffnet als der übliche Bodenrundgang.
Shanghai: Moderne Skyline trifft historische Viertel
Shanghai zeigt ein anderes Gesicht Chinas als Peking oder Xi’an. Die Uferpromenade Bund mit ihrem Blick auf die futuristische Skyline von Pudong gehört zu den meistfotografierten Orten des Landes, während die Nanjing Road als Einkaufsstraße das urbane Tempo der Stadt widerspiegelt. Wer es ruhiger mag, findet im Künstlerviertel Tianzifang enge Gassen mit Ateliers und kleinen Läden, die einen deutlichen Kontrast zu den Wolkenkratzern nebenan bilden.
Shanghai eignet sich gut als Abschluss einer China-Rundreise, weil die Stadt internationale Flugverbindungen bietet und sich der Übergang vom historischen zum gegenwärtigen China hier besonders deutlich erleben lässt.
Naturlandschaften abseits der Kaiserstädte
Wer China nicht nur über Paläste und Tempel kennenlernen will, findet in den südlichen und westlichen Provinzen spektakuläre Landschaften. Der Nationalforstpark Zhangjiajie mit seinen schmalen Sandsteinsäulen diente als Vorlage für die schwebenden Berge im Film „Avatar“ und ist heute zusätzlich für seine Glasbrücke über einen tiefen Canyon bekannt. Empfohlen wird ein Besuch im April und Mai oder im September und Oktober, wenn Nebel und Regen seltener auftreten.
Die Karstlandschaft um Guilin und Yangshuo mit ihren kegelförmigen Hügeln entlang des Li-Flusses zählt zu den meistabgebildeten Naturmotiven Chinas. Weiter westlich liegt Jiuzhaigou, ein Tal mit türkisfarbenen Seen und bunten Wäldern, das vor allem im Herbst für seine Farbkontraste bekannt ist. Diese drei Regionen zeigen, dass China landschaftlich weit mehr zu bieten hat als die dicht besiedelten Metropolen im Osten.
Hongkong als eigenständiges Reiseziel
Hongkong wird bei einer China-Reise oft unterschätzt, obwohl die Stadt eigene Sehenswürdigkeiten von internationalem Rang bietet. Der Tian Tan Buddha auf Lantau Island ist über die Ngong Ping 360 Seilbahn erreichbar und bietet von oben einen weiten Blick über die Insel. Die Peak Tram bringt Besucher auf den Victoria Peak, von dem aus die Skyline der Stadt am Abend ihr volles Lichtspiel entfaltet. Familien steuern häufig zusätzlich das Hong Kong Disneyland an, das sich thematisch an lokale Motive anlehnt.
Praktische Hinweise zur Reiseplanung
China zählt mit 57 UNESCO-Welterbestätten zu den Ländern mit den meisten Welterbe-Titeln weltweit und liegt damit auf Platz zwei hinter Italien. Diese Dichte erklärt, warum eine einzelne Reise selten alle Höhepunkte abdecken kann und eine Priorisierung nach eigenen Interessen sinnvoll ist: Wer sich für Geschichte begeistert, konzentriert sich auf Peking und Xi’an; wer Landschaften sucht, plant zusätzlich Zeit für Zhangjiajie oder Guilin ein.
Bei den Eintrittspreisen zeigt sich ein deutliches Gefälle. Die Große Mauer ist mit Angeboten ab etwa 4 Euro die günstigste der großen Attraktionen, die Verbotene Stadt liegt bei rund 7 Euro, während die Terrakotta-Armee mit etwa 20 Euro das teurere Ziel darstellt. Für die Reisezeit gilt bei den meisten Stätten dieselbe Faustregel: Frühling und Herbst bringen moderate Temperaturen und klarere Sicht als Sommer und Winter.
Häufige Fragen
Wie viele Tage sollte man für die wichtigsten China-Sehenswürdigkeiten einplanen?
Für Peking, Xi’an und Shanghai zusammen sind mindestens zehn bis zwölf Tage realistisch, wenn Zugfahrten oder Kurzflüge zwischen den Städten eingeplant werden. Wer zusätzlich Naturziele wie Zhangjiajie oder Guilin besuchen möchte, sollte zwei bis drei Wochen ansetzen.
Welche Reisezeit eignet sich am besten für einen China-Besuch?
April bis Juni sowie September bis November gelten für die meisten Stätten als beste Reisezeit, da Temperaturen und Niederschlag hier moderat ausfallen. Der Sommer ist in vielen Regionen heiß und feucht, der Winter in Nordchina dagegen sehr kalt.
Sind die Eintrittspreise für Sehenswürdigkeiten in China teuer?
Im internationalen Vergleich sind die Eintrittspreise moderat: Die Große Mauer ist bereits ab rund 4 Euro zugänglich, die Verbotene Stadt ab etwa 7 Euro. Die Terrakotta-Armee liegt mit rund 20 Euro am oberen Ende der genannten Preisspanne.
Lohnt sich ein Abstecher nach Hongkong bei einer China-Reise?
Ja, Hongkong bietet mit dem Tian Tan Buddha, der Peak Tram und dem Disneyland eigenständige Attraktionen, die sich deutlich von den Zielen auf dem chinesischen Festland unterscheiden. Da die Stadt gut angebunden ist, lässt sie sich problemlos an eine Rundreise anhängen.
Beitragsbild: KI-generiert

