Rerik liegt an der schmalsten Stelle zwischen Ostsee und Salzhaff und vereint dadurch zwei völlig unterschiedliche Küstenlandschaften auf kurzer Distanz. Wer durch den Ort schlendert, kommt binnen weniger Gehminuten vom offenen Meer zur ruhigen Haffseite, vorbei an einer gotischen Backsteinkirche, einem kleinen Heimatmuseum und einer Steilküste, die zu den eindrucksvollsten Abschnitten zwischen Rerik und Kühlungsborn zählt.
Kurzzusammenfassung
- Rerik verbindet auf engem Raum Ostseestrand, Steilküste und Salzhaff-Ufer mit historischen Bauten wie der St.-Johannes-Kirche und dem Heimatmuseum.
- Die frühere Seebrücke wurde zurückgebaut, ein Neubau ist geplant, verzögert sich aber derzeit ohne konkreten Fertigstellungstermin.
- Vom Schmiedeberg, einem ehemaligen slawischen Burgwall, reicht der Blick über Ort, Salzhaff und offene Ostsee.
- Die unbewohnte Halbinsel Wustrow und Großsteingräber in der Umgebung machen Rerik auch für naturkundlich Interessierte lohnenswert.
Das macht den Ort für Tagesausflüge und mehrtägige Aufenthalte gleichermaßen interessant. Die folgenden Abschnitte ordnen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten ein und zeigen, was aktuell zugänglich ist und was sich gerade verändert.
Steilküste Rerik
Die Steilküste beginnt unweit der ehemaligen Seebrücke, nahe der Fischgaststätte „Steilküste“. Ein Uferweg führt oberhalb der Abbruchkante durch dichten Küstenschutzwald, mehrere Zugänge verbinden ihn mit dem Strand darunter. Der Reiz liegt in der Unregelmäßigkeit der Küstenlinie: Statt einer geraden Sandlinie wechseln sich Ausbuchtungen, bewaldete Hänge und offene Blicke auf die Ostsee ab.
Wer die Steilküste zu Fuß erkunden will, sollte festes Schuhwerk einplanen, denn der Weg verläuft streckenweise unbefestigt am Waldrand entlang. Wer stattdessen radeln möchte, findet in der Umgebung ausgeschilderte Radwanderungen südlich und südöstlich von Rerik, die sich mit dem Küstenweg kombinieren lassen.
Strand und Ostseeküste
Vor Rerik erstreckt sich ein rund 6 Kilometer langer, feinsandiger Strand. Er gehört zu den breiteren Abschnitten der mecklenburgischen Küste und bietet damit auch in der Hochsaison genug Platz. Die Kombination aus Sandstrand und angrenzender Steilküste ist im Vergleich zu vielen anderen Ostseebädern ungewöhnlich, weil beide Landschaftsformen unmittelbar ineinander übergehen.
An ruhigen Vormittagen wirkt der Strand fast menschenleer, erst gegen Mittag füllt er sich. Wer die Steilküste vom Strand aus betrachten möchte, findet die schönsten Perspektiven direkt am Übergang zwischen den flachen Dünenabschnitten und den steiler ansteigenden Klippen.
Schmiedeberg als Aussichtspunkt
Direkt hinter dem Strand erhebt sich der Schmiedeberg, ein kleiner Hügel mit weitem Blick über Ort, Salzhaff, Hafen und die offene Ostsee. Historisch handelt es sich um den Überrest eines slawischen Burgwalls aus dem 10. bis 12. Jahrhundert, was dem Ort neben der reinen Aussicht auch eine archäologische Bedeutung verleiht.
Der Aufstieg ist kurz und auch für weniger geübte Wanderer gut machbar. Gerade bei klarer Sicht lohnt sich der kleine Umweg, weil sich von hier aus die Lage Reriks zwischen den beiden Gewässern am besten erschließt.
St.-Johannes-Kirche
Die St.-Johannes-Kirche ist ein frühgotischer Backsteinbau aus dem 13. Jahrhundert mit quadratischem Turm und einem markanten achtseitigen Helm, der wegen seiner Form gelegentlich als „Bischofsmütze“ bezeichnet wird. Von außen wirkt der Bau schlicht und wehrhaft, wie es für norddeutsche Backsteingotik typisch ist.
Im Inneren überrascht die Kirche mit einer barocken, farbig gestalteten Ausstattung, die einen reizvollen Kontrast zur strengen gotischen Architektur bildet. Diese Mischung aus mittelalterlicher Bausubstanz und späterer barocker Ausschmückung macht die Kirche zu einem der architektonisch interessantesten Punkte im Ort.
Heimatmuseum Rerik
Das Heimatmuseum liegt in unmittelbarer Nähe zur Kirche, auf dem Weg zum Haffplatz. Gezeigt werden landwirtschaftliche Geräte, historisches Werkzeug, Schmuckstücke sowie Exponate zur Geschichte der Fischerei, die über Jahrhunderte die Lebensgrundlage des Ortes war. Im Garten steht unter anderem ein nostalgischer Badekarren, wie er früher am Ostseestrand genutzt wurde.
Für Besucher, die den Wandel Reriks vom Fischerdorf zum Ostseebad nachvollziehen möchten, bietet das Museum einen kompakten, aber anschaulichen Überblick. Der Rundgang lässt sich gut mit einem Kirchenbesuch und einem Spaziergang zum Haffplatz verbinden.
Haffpromenade, Haffplatz und Hafen
Die Haffpromenade führt vom Mutter-Kind-Kurheim bis zum Haffplatz am Salzhaff und lädt zu ruhigen Spaziergängen ein, deutlich geschützter als die offene Ostseeseite. Der Haffplatz selbst bildet den zentralen Ort des Geschehens, mit kurzen Wegen zu Museum, Kirche und dem Standort der ehemaligen Seebrücke.
Am Hafen reihen sich Restaurants und Spielplätze entlang der Promenade, außerdem starten von hier aus Ausflugsschiffe, etwa in Richtung Insel Poel. Wer einen Ort für einen ruhigen Abend sucht, findet am Haff eine deutlich entspanntere Atmosphäre als am belebteren Ostseestrand.
Seebrücke Rerik: aktueller Stand
Die frühere Seebrücke Rerik war rund 170 Meter lang und lag nahe dem Haffplatz. Sie wurde inzwischen zurückgebaut, ein Neubau ist zwar vorgesehen, verzögert sich aber derzeit ohne benannten Fertigstellungstermin. Wer die Seebrücke gezielt besuchen möchte, sollte sich vor der Anreise auf der offiziellen Seite des Ostseebads über den aktuellen Baufortschritt informieren, da ältere Reiseführer sie teils noch als bestehende Attraktion aufführen.
Großsteingräber und Halbinsel Wustrow
Rund um Rerik erinnern mehrere Großsteingräber als Bodendenkmäler an eine frühe Besiedlung der Region. In den Sommermonaten werden dazu Führungen mit sachkundigen Guides angeboten, deren genaue Termine sich vor Ort erfragen lassen.
Südwestlich des Ortes schließt sich die Halbinsel Wustrow an, eine rund 10 Quadratkilometer große, unbewohnte Fläche zwischen Mecklenburger Bucht und Salzhaff. Der westliche Teil steht unter Naturschutz. Für Ruhesuchende und naturinteressierte Besucher bietet die Halbinsel einen deutlichen Kontrast zum touristisch geprägten Ortskern von Rerik.
Leuchtturm Buk in der Umgebung
Wenige Kilometer entfernt bei Bastorf liegt der Leuchtturm Buk, leicht erhöht gelegen mit einer weiten Aussicht über Küste und Landschaft. Er wird regelmäßig als lohnendes Ausflugsziel für einen Tagesausflug ab Rerik empfohlen und lässt sich gut mit einer Fahrradtour entlang der Küste verbinden.
Häufige Fragen
Ist die Seebrücke in Rerik derzeit begehbar?
Nein, die frühere Seebrücke wurde zurückgebaut und der Neubau verzögert sich derzeit ohne konkreten Fertigstellungstermin. Wer die Seebrücke besuchen möchte, sollte den aktuellen Stand vorab bei der Tourismusinformation Rerik erfragen.
Wie lang ist der Strand in Rerik?
Der Ostseestrand vor Rerik ist etwa 6 Kilometer lang und besteht aus feinem Sand. Er zählt zu den breiteren Strandabschnitten zwischen Rerik und Kühlungsborn und geht an mehreren Stellen in die angrenzende Steilküste über.
Was macht die Halbinsel Wustrow besonders?
Wustrow ist eine rund 10 Quadratkilometer große, unbewohnte Halbinsel zwischen Mecklenburger Bucht und Salzhaff, deren westlicher Teil unter Naturschutz steht. Sie eignet sich vor allem für Besucher, die abseits des touristischen Zentrums Ruhe und unberührte Natur suchen.
Lohnt sich ein Besuch der Großsteingräber bei Rerik?
Ja, die Großsteingräber gelten als Bodendenkmal und geben Einblick in die frühe Besiedlung der Region. In den Sommermonaten werden zusätzlich Führungen mit sachkundigen Guides angeboten, deren Termine lokal erfragt werden sollten.
Beitragsbild: KI-generiert

