Wer an Cannes denkt, sieht zunächst Filmstars, Blitzlichter und die breite Promenade der Croisette vor sich. Dabei hat die Stadt an der Côte d’Azur deutlich mehr zu bieten als den jährlichen Festivaltrubel im Mai. Zwischen mittelalterlichem Altstadtviertel, einer Festung auf vorgelagerten Inseln und einem Markt, auf dem sich das echte Cannes zeigt, lohnt sich ein zweiter Blick auf die Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Kurzzusammenfassung
- Cannes bietet neben Croisette und Filmfestival-Ruhm ein historisches Altstadtviertel, eine vorgelagerte Inselfestung und einen der bekanntesten Märkte der Côte d’Azur.
- Das Fort Royal auf der Île Sainte-Marguerite wechselt am 1. Oktober 2026 von Sommer- auf Winteröffnungszeiten, wer die längeren Sommerzeiten nutzen will, muss sich beeilen.
- Mit dem Cannes Pass Expo lassen sich mehrere Museen der Stadt für 12 Euro besuchen, der aktuelle Pass läuft jedoch nur noch bis zum 30. September 2026.
- Der Marché Forville ist kostenlos zugänglich und zeigt das Alltagsleben der Stadt abseits des roten Teppichs.
Wer nur einen Tag Zeit hat, sollte Le Suquet, den Marché Forville und einen Spaziergang entlang der Croisette fest einplanen. Für alle mit mehr Zeit lohnt sich eine Überfahrt zu den Lérins-Inseln, wo das Fort Royal einen ganz anderen Blick auf die Region bietet.
Le Suquet: das historische Herz der Stadt
Bevor Cannes zur Filmmetropole wurde, war Le Suquet ein Fischerdorf auf einem Hügel über dem Meer. Die engen, ansteigenden Gassen mit ihren ockerfarbenen Fassaden erinnern noch heute daran. Oben angekommen, öffnet sich ein Panorama über die Bucht von Cannes bis zu den Lérins-Inseln, das zu den schönsten Aussichtspunkten der gesamten Côte d’Azur zählt.
Auf dem Place de la Castre, dem zentralen Platz des Viertels, steht das Musée des Explorations du Monde, früher als Musée de la Castre bekannt. Es ist in einem ehemaligen Kloster untergebracht und zeigt Sammlungen zu fernen Kulturen, ergänzt um einen Wachturm mit Blick über die Dächer der Stadt. Der reguläre Eintritt liegt bei 6 Euro, mit dem städtischen Museumspass sind es 8,50 Euro für mehrere Häuser zusammen.
Wer durch Le Suquet schlendert, merkt schnell, wie sehr sich das Viertel vom mondänen Trubel der Croisette unterscheidet. Hier hängt Wäsche zwischen den Häusern, kleine Läden verkaufen provenzalische Seife und Öl, und abends sitzen Anwohner vor ihren Türen. Es ist der Teil von Cannes, in dem die Stadt noch nach sich selbst aussieht.
La Malmaison: zeitgenössische Kunst an der Croisette
Direkt an der berühmten Promenade liegt La Malmaison, ein kompaktes Zentrum für zeitgenössische Kunst. Das Gebäude selbst ist ein Relikt aus der Belle Époque und stand einst inmitten eines großen Grandhotels, von dem heute nur noch dieser Flügel übrig ist. Im Inneren wechseln die Ausstellungen regelmäßig, der Fokus liegt auf moderner und zeitgenössischer Kunst.
Im September ist La Malmaison von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr geöffnet, montags bleibt das Haus geschlossen. Der reguläre Eintritt kostet 6,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Anfang 2026 war das Zentrum wegen einer Ausstellungsinstallation mehrere Wochen geschlossen, dieser Umbau ist inzwischen abgeschlossen.
Der Charme von La Malmaison liegt in seiner Größe: Statt sich durch endlose Säle zu kämpfen, lässt sich die Ausstellung in einer knappen Stunde in Ruhe erleben, bevor es zurück auf die Croisette geht.
Fort Royal auf der Île Sainte-Marguerite
Ein kurzer Fährweg vor der Küste liegt die Île Sainte-Marguerite, die größere der beiden Lérins-Inseln. Ihr bekanntestes Bauwerk ist das Fort Royal, eine Festung aus dem 17. Jahrhundert, die später als Gefängnis diente. Der berühmteste Insasse war der maskierte Gefangene, der als „Mann mit der eisernen Maske“ in die Geschichte einging und dessen Zelle heute besichtigt werden kann.
Noch bis zum 30. September 2026 gelten die Sommeröffnungszeiten: täglich von 10 bis 17.45 Uhr. Ab dem 1. Oktober 2026 verkürzen sich die Zeiten auf Dienstag bis Sonntag, jeweils von 10.30 bis 13.15 Uhr und von 14.15 bis 16.45 Uhr, montags bleibt die Festung dann geschlossen. Wer die längeren Sommerzeiten und mehr Spielraum für den Inselbesuch nutzen möchte, sollte sich also kurzfristig entscheiden.
Die Insel selbst ist von dichten Pinienwäldern bedeckt, durch die schattige Wege führen. Kleine Buchten mit klarem Wasser laden zum Baden ein, und wer die Festung besichtigt hat, findet auf der Insel genügend ruhige Ecken für ein Picknick fernab des Trubels auf dem Festland.
Palais des Festivals: hinter den Kulissen des roten Teppichs
Das Palais des Festivals et des Congrès ist das Gebäude, das die meisten Menschen mit Cannes verbinden, selbst wenn sie noch nie dort waren. Hier steigt jedes Jahr im Mai das Filmfestival, hier führt die berühmte Freitreppe zum Lumière-Auditorium, auf der sich Jahr für Jahr Filmstars in Abendgarderobe ablichten lassen.
Außerhalb der Festivalzeit bietet das Palais Führungen hinter die Kulissen an, die unter anderem das Lumière-Auditorium, Künstlergarderoben und eben jene Freitreppe umfassen. Der Richtpreis für eine solche Führung liegt bei 12 Euro. Da sich Verfügbarkeit und Zeiten am Veranstaltungskalender orientieren, lohnt sich vor dem Besuch ein Blick auf die aktuelle Terminlage direkt beim Palais.
Wer schon einmal Bilder vom Festival gesehen hat, erkennt die Stufen sofort wieder. Ohne Blitzlichter und roten Teppich wirkt der Ort überraschend ruhig, fast unscheinbar, und genau das macht den Reiz eines Besuchs außerhalb der Festivalsaison aus.
Marché Forville: der Markt der Einheimischen
Wer wissen will, wie Cannes abseits von Croisette und Festival lebt, geht auf den Marché Forville. Der überdachte Markt liegt am Rand von Le Suquet und ist seit Generationen der zentrale Umschlagplatz für frisches Obst, Gemüse, Fisch und provenzalische Spezialitäten. Zwischen den Ständen mischen sich Köche, die für ihre Restaurants einkaufen, mit Anwohnern und neugierigen Reisenden.
Der Markt hat von September 2026 bis Juni 2027 von Dienstag bis Sonntag jeweils von 7 bis 13 Uhr geöffnet, montags bleibt er geschlossen. Der Zugang ist kostenlos. Am besten kommt man früh am Morgen, wenn die Auswahl am größten und die Stände noch nicht leergekauft sind.
Die Atmosphäre erinnert eher an einen südfranzösischen Alltag als an die Filmwelt, für die Cannes sonst bekannt ist. Zwischen Käseständen, Olivenauswahl und lautem Marktgeschrei lässt sich ein guter Eindruck davon gewinnen, wie die Stadt tickt, wenn keine Kameras laufen.
Mit dem Cannes Pass Expo mehrere Museen sparen
Wer mehrere der genannten Museen besuchen möchte, sollte sich den Cannes Pass Expo ansehen. Für 12 Euro ermöglicht der städtische Kombipass den Zugang zu mehreren Ausstellungshäusern der Stadt und lohnt sich damit bereits, wenn zwei oder mehr Museen auf dem Programm stehen. Der aktuell gültige Pass läuft allerdings nur noch bis zum 30. September 2026, wer ihn nutzen will, muss also kurzfristig planen oder auf die Neuauflage des Passes warten.
Häufige Fragen
Wie viele Tage sollte man für Cannes einplanen?
Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten reichen zwei bis drei Tage aus. Ein Tag für Croisette, Le Suquet und die Museen, ein weiterer für einen Ausflug zu den Lérins-Inseln mit dem Fort Royal.
Ist Cannes auch außerhalb der Festivalzeit einen Besuch wert?
Ja, sogar besonders. Ohne das Festival im Mai sind die Straßen ruhiger, Hotels günstiger und Sehenswürdigkeiten wie das Palais des Festivals oder der Marché Forville lassen sich entspannter besichtigen.
Wie kommt man zur Île Sainte-Marguerite?
Von Cannes aus verkehren regelmäßig Fähren zu den Lérins-Inseln, die Überfahrt dauert nur wenige Minuten. Die Boote legen im Hafen von Cannes ab und bringen Besucher direkt in die Nähe des Fort Royal.
Sind die Sehenswürdigkeiten in Cannes auch mit Kindern geeignet?
Der Marché Forville und ein Spaziergang durch Le Suquet eignen sich gut für Familien, ebenso ein Ausflug zur Île Sainte-Marguerite mit ihren Wäldern und Badebuchten. Museumsbesuche wie im Musée des Explorations du Monde oder in La Malmaison sind eher für ältere Kinder mit Interesse an Geschichte oder Kunst interessant.
Preise und Öffnungszeiten: Stand 30. September 2026.
Beitragsbild: KI-generiert

